Kevin Stöger ist mit Borussia Mönchengladbach aktuell auf dem besten Weg in Richtung internationales Geschäft. Im exklusiven Interview mit Sky spricht der Österreicher über seine bisherige Zeit bei den Fohlen und beschreibt die Unterschiede zu seinem Ex-Klub VfL Bochum.
Kevin Stöger exklusiv bei Sky über ...
... Gladbachs heimlichen Weg nach Europa und aktuell nur drei Punkten Abstand auf einen Champions-League-Platz: "Für mich ist nicht wichtig, was nach 22 oder 25 Spieltagen ist. Für mich war am Anfang der Saison wichtig, dass wir gut reinkommen. Natürlich ist es von uns das grosse Ziel, am Ende irgendwo dort oben zu stehen. Jetzt können wir uns davon nichts kaufen und schauen von Spiel zu Spiel. Wichtig ist für uns nur, was nach 34 Spieltagen unter dem Stricht steht."
... die Unterschiede zwischen Bochum und Gladbach: "Die Borussia ist schon nochmal deutlich grösser. Ich glaube, von aussen nimmt man das gar nicht so wahr, aber wenn man sich hier aufhält und mit den Leuten spricht, merkt man erst, wie enorm das wirklich ist. Ich bin extrem stolz und glücklich, dass ich hier bin und freue mich einfach für diesen grossartigen Klub spielen zu dürfen. Bochum ist eher ein kleinerer Verein, der vielleicht etwas familiärer ist. Alles ist enger und du hast nicht ganz so viele Mitarbeiter dort. Das macht manche Dinge aber auch einfacher. Deshalb glaube ich, dass beide Vereine mit ihren Möglichkeiten das Beste draus machen in dieser Saison. Ich hoffe natürlich, dass der VfL die Liga hält und wir so weit wie möglich oben stehen."
... seine Rolle und die Zeit, in der er weniger gespielt hat in der Hinrunde: "Die Zeit, in der ich nicht gespielt habe, war natürlich nicht so einfach. Ich habe zunächst alle Spiele gemacht und es lief ganz gut, aber der Erfolg der Mannschaft hat ein bisschen gefehlt. Das ist für mich das Wichtigste. Ich bin hierhergekommen, um mit der Mannschaft und dem Verein das Bestmögliche zu erreichen. Da ist es auch nicht so wichtig, wenn man mal nicht spielt. Man muss dann trotzdem seine Leistung bringen und die Aufgaben, die man hat, erfüllen. Ich habe das Beste draus gemacht, aber auch gewusst, dass meine Zeit wieder kommen wird. Jetzt ist sie gekommen und ich möchte sie natürlich nutzen."
... seine gefährlichen Standards und Kritik von Roland Virkus, dass er diese in Mönchengladbach noch nicht zeige: "Das ist nicht immer so einfach. Ich trainiere unter der Woche sehr viele Standards und da kommen die teilweise sehr gut. Dann denkst du dir "Okay, du hast den Dreh wieder raus!", aber im Spiel klappen sie dann auf einmal doch nicht so. Ich selbst ärgere mich darüber am meisten, aber natürlich ist das eine enorme Waffe, mit der wir Spiele entscheiden können. Das haben wir in dieser Saison noch nicht ganz so oft gemacht, deswegen muss ich daran arbeiten und möchte mich da verbessern. Ich habe da noch Luft nach oben."
... das Zusammenspiel mit Tim Kleindienst: "Tim tut uns extrem gut und ich glaube, das sieht man jedes Wochenende. Auch in der Kabine ist er sehr wichtig. Ich bin aber kein grosser Freund davon, einzelne Spieler hervorzuheben, vor allem in dieser Phase. Spieler, die nicht ganz so viel gespielt haben, machen ihre Aufgabe extrem gut. So auch Jonas Omlin, der jetzt wieder ins kalte Wasser geworfen wird. Wir haben einen breiten Kader und jeder wird wichtig sein. Das wussten wir schon vor der Saison. Es macht zurzeit unfassbar viel Spass hier zu spielen und ein Teil dieser Mannschaft zu sein."
... Trainer Gerardo Seoane und seinen Anteil am Erfolg, nachdem es in der Hinrunde schon kritische Stimmen gegen ihn gab: "Das ist ja als Trainer immer so. Läuft es gut, bist du der Held, wenn nicht, dann wird draufgehauen. Das ist als Spieler nicht ganz so schlimm wie als Trainer. Wir haben im Sommer drei neue Spieler geholt und die ersten Spiele liefen eigentlich ganz gut, haben aber die Ergebnisse nicht geholt. Danach hatten wir dann einen Lauf und haben vor allem zuhause grossartige Leistungen gegen starke Mannschaften gezeigt. Wenn du einen Lauf hast, ist es einfacher. Zur Zeit passt die Chemie zwischen dem Trainerteam und den Spielern. Der Trainer ist extrem ehrgeizig und hat eine klare Philosophie. Was gut ist: Er spricht mit uns Spielern und wir können auch unsere eigenen Ideen mit einbringen, wenn wir etwas im Spiel sehen. Das sieht man auch in den Spielen. Wir sind sehr giftig und keine Mannschaft spielt gerne gegen uns."
... seine Ziele mit Borussia: "Erstmal wollte ich so viel spielen wie möglich. Der Mannschaftserfolg steht über allem. Ich habe jetzt keinen Tabellenplatz als Ziel auserkoren, sondern ich möchte das Bestmögliche rausholen. Wenn wir so weiterspielen wie aktuell, ist einiges möglich mit diesem Verein und den Fans im Rücken. Wir sind ein starker und geiler Verein."
... Virkus und seinen Schnurrbart, den er versprochen hat abzurasieren, wenn Gladbach international spielt: "Da würden sicher einige Spieler gerne dabei sein und selbst Hand anlegen. Vielleicht auch mal das ein oder andere Haar rauszupfen und nicht rasieren."
... Gegner Augsburg am kommenden Wochenende: "Jedes Spiel ist auf seine Art und Weise ekelig. Wir müssen mehr auf uns schauen. Zuhause sind wir extrem stark geworden und egal wer hierherkommt, freut sich nicht, gegen uns zu spielen. Wir spielen natürlich voll auf Sieg. Ich freue mich schon auf das Spiel!"
... eine mögliche WM-Teilnahme mit Österreich: "Definitiv etwas Schönes. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich neulich schon für mein Land spielen durfte. Ich werde im Verein hier alles dafür tun, denn nur darüber geht's. Der Trainer weiss, dass ich brenne und immer heiss bin, wenn ich einberufen werde."