Lausanne holt sich den Heimvorteil zurück
Der Qualifikationssieger Lausanne macht den Fehltritt zum Auftakt der Playoff-Halbfinals gleich wieder wett. Mit einem 1:0-Auswärtssieg im Spiel 2 gleichen die Waadtländer die Serie aus.
Bis in die 54. Minute musste man in Freiburg auf einen Treffer warten. Dafür brauchte es eine Strafe gegen Fribourgs Thurgauer "Leihgabe" Daniel Ljunggren und das zweite Lausanner Überzahlspiel. Die Verteidiger standen fast die gesamten zwei Minuten auf dem Eis, die Schlinge vor dem starken Goalie Reto Berra zog sich immer enger zu, und 17 Sekunden vor Ablauf der Strafe nutzte Ken Jäger einen Abpraller zum 1:0.
Es war in einer umkämpften Partie der entscheidende Unterschied, Erst nach dem Rückstand machte Fribourg richtig Druck, scheiterte aber einmal am Pfosten, zweimal wurde der Puck Zentimeter vor der Linie weggewischt. Es war zu spät zu wenig, Kevin Pasche (24 Paraden) hielt dicht.
Wer in der Serie der beiden Westschweizer Teams viel offensives Flair und freigeistigen Esprit erwartete, hat sich heftig getäuscht. In Spiel 2 lieferten sich Fribourg-Gottéron und Lausanne einen defensiv geprägten Abnützungskampf. Der Qualifikationssieger als der Waadtländer Metropole agierte deutlich solider als bei der Auftaktniederlage und ermöglichte Fribourg kaum freie Räume.
Auch das Heimteam liess sich vom wie immer in dieser Saison proppenvollen Stadion (9262 Zuschauer) mit den heissblütigen Fans nicht zu einem Harakiri-Hockey verleiten. Dem Gegner nur ja nicht durch leichtsinnige Aktionen ein Goal schenken, lautete offensichtlich die Devise der beiden Trainer.
Nach dem ausgeglichenen Startdrittel, in dem Fribourg etwas die besseren Möglichkeiten hatte, war Lausanne im mittleren Abschnitt klar stärker. Gottéron spielte einen der schlechtesten Abschnitte in diesen Playoffs. Einige kleinere Stockfehler und etwas Unordnung vor dem Tor von Reto Berra wurden jedoch nicht bestraft. Selbst im einzigen Überzahlspiel kam das Heimteam kaum zu Chancen, es musste gar froh sein, dass Théo Rochette gleich nach deren Ablauf nur die Latte traf (28.).
Mit Lucas Wallmark (nach dem 2. Drittel) und Lauri Pajuniemi (bereits nach acht Minuten) verloren beide Teams einen ihrer ausländischen Stürmer. Ein längerer Ausfall Wallmarks würde Gottéron wohl deutlich härter treffen, nachdem mit Jacob de la Rose bereits ein anderer schwedischer Center fehlt. Pajuniemi ersetzte seinen finnischen Landsmann Ahti Oksanen und kam erstmals seit Februar zum Einsatz.
Fribourg-Gottéron - Lausanne 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
9262 Zuschauer. - SR Stricker/Ströbel, Steenstra (CAN)/Duc. - Tor: 54. Jäger (Raffl, Bayreuther/Powerplaytor) 0:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 2mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Wallmark; Suomela.
Fribourg-Gottéron: Berra; Diaz, Jecker; Sutter, Streule; Rathgeb, Gunderson; Seiler; Sörensen, Wallmark, Schmid; Bertschy, Vey, Lilja; Sprunger, Walser, Marchon; Nicolet, Ljunggren, Mottet; Gerber.
Lausanne: Pasche; Sklenicka, Bayreuther; Glauser, Marti; Heldner, Frick; Fiedler, Genazzi; Riat, Suomela, Kahun; Bozon, Jäger, Raffl; Pajuniemi, Rochette, Fuchs; Hügli, Benjamin Bougro, Prassl.
Bemerkungen: Fribourg-Gottéron ohne Hächler (krank), De la Rose, Dufner (beide verletzt) und Borgman (überzähliger Ausländer), Lausanne ohne Hammerer, Holdener, Kuokkanen, Pilut (alle verletzt), Oksanen und Perlini (beide überzählige Ausländer). Fribourg-Gottéron ab 57:12 ohne Torhüter.