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Jonas Omlin: Von Verletzungen gebremst, von der Jugend bedrängt

Patrick

Kein Zweifel: Die Gladbacher Borussia gehört zu den Überraschungen der aktuellen Bundesliga-Spielzeit. Doch während Trainer Seoane und Verteidiger Elvedi zu den Stützen des aktuellen Fohlen-Höhenflugs gehören, bleibt ausgerechnet Captain Omlin nur die Rolle des Nebendarstellers. Von Verletzungen geplagt und von der Konkurrenz bedrängt, könnte der gebürtige Luzerner seine Zelte am Niederrhein bald abbrechen (müssen).

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Ein seltenes und wohl bald der Vergangenheit angehörendes Bild: Jonas Omlin im Einsatz für Borussia Mönchengladbach © IMAGO / Eibner

Rekordverdächtig

Kann das sein? Seit seinem Transfer zu Borussia Mönchengladbach im Januar 2023 hat Jonas Omlin genau 29 Bundesligaspiele und zwei Pokalspiele für die Fohlen absolviert. Dabei wechselte der gebürtige Zentralschweizer vor 27 Monaten als Leistungsträger an den Niederrhein, als Schweizer Nationalspieler und vor allem als Nachfolger des in Gladbach verehrten Yann Sommer. Und in der Tat: Seiner Rolle als Führungspersönlichkeit wurde der heute 31-Jährige vollauf gerecht, übernahm im August 2023 sogar die Kapitänsbinde von Vorgänger Lars Stindl. Zwischen den Pfosten jedoch, blieb Jonas Omlins Versprechen unerfüllt. Der Grund: Eine schier unglaubliche Serie an Verletzungen (Oberschenkel, Schulter, Wade) die den ehemaligen FCL- und FCB-Keeper insgesamt 38 Spiele gekostet haben. Auch aktuell fällt Omlin mit einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich seit Mitte März aus, könnte jedoch in den nächsten zwei Wochen noch einmal ins Tor der Fohlen zurückkehren. Ein mittel- bis langfristiges Comeback beim fünffachen Deutschen Meister ist mittlerweile jedoch nur noch schwer vorstellbar.

 

Erst Nicolas, nun Cardoso

Denn in der Zwischenzeit ist der EM- und WM-Teilnehmer 2020 und 2022 (kein Einsatz) in der internen Torhüter-Hierarchie der Borussia zurückgefallen. Erst nutzte Backup Moritz Nicolas die Chance, die ihm durch Omlins Verletzungen ermöglichte wurde, und stieg im vergangenen Herbst nach fast zehn Jahren im Verein zur Nr. 1 auf. Der 27-Jährige entwickelte sich im Verlauf dieser Spielzeit zum formstärksten Gladbacher (Kicker-Notenschnitt von 2,78) und gilt mittlerweile als der Mann der unmittelbaren Gladbacher Zukunft – wenn er dann zum Start der neuen Saison wiederum von seiner Adduktorenoperation zurückkehrt. Und aktuell profitiert der in wenigen Tagen erst 19 Jahre alt werdende Tiago Pereira Cardoso vom doppelten Verletzungspech der etatmässigen Nummern eins und zwei. Der angehende Abiturient drückt zwar noch die Schulbank, zeigt sich in der Bundesliga bislang jedoch abgezockt wie ein erfahrener Profi. Auch nach 200 Einsatzminuten hat er noch kein Gegentor erhalten und ist damit Teil der Gladbacher Erfolgsgeschichte der vergangenen Wochen. Für Omlins Perspektiven ist die überraschend schnelle Entwicklung des luxemburgischen Nationalkeepers (Cardoso stand zuletzt auch gegen die Schweiz zwischen den Pfosten) jedoch selbstredend nicht förderlich.

 

Abschied statt Europa?

Kommt hinzu, dass mit dem aktuell an Alemannia Aachen ausgeliehen Jan Olschowsky ein weiterer junger Keeper im Sommer vor der Rückkehr in den Borussia-Park steht. Somit stünden dann vier Keeper auf der Gladbacher Lohnliste, von denen Omlin der mit Abstand älteste, teuerste und verletzungsanfälligste ist. Entsprechend muss man kein Prophet sein um vorherzusehen, dass die Zeit des aktuellen Fohlen-Kapitäns (auf dem Platz vertreten durch Julian Weigl) im Sommer trotz weiterlaufendem Vertrag voraussichtlich zu Ende gehen wird. Möglicherweise mit den aufstrebenden Gladbachern in einem europäischen Wettbewerb, was einem Abschied noch eine etwas bitterere Note verpassen würde. Ein kleine Hoffnung gibt es jedoch noch: Gerüchteweise soll sich Omlin-Nachfolger Nicolas mit seinen starken Leistungen auch ins Visier britischer Grossklubs gespielt haben. Würde sich ein Wechsel anbahnen, könnte ein erfahrener Schlussmann wie Omlin am Niederrhein plötzlich doch noch einmal zur gefragten Personalie werden.

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