Gottéron: Das Bangen um die Schweden-Power
Kann er spielen? Oder doch nicht? Gottéron zittert vor dem dritten Halbfinalduell gegen Lausanne um seinen Erstliniencenter Lucas Wallmark. Der Verlust des nächsten Schweden wäre ein herber Schlag.
Auf dem Weg aus der Krise und beim Gewinn des Spengler Cup spielten bei Fribourg-Gottéron die Schweden eine zentrale Rolle. Lucas Wallmark und Marcus Sörensen sorgten für Tore und Assists, Jacob de la Rose als der vielleicht beste Zweiwegstürmer auf Schweizer Eis zusätzlich für Stabilität. Der von Ambrì an die Saane gekommene Jakob Lilja war ein dankbarer Arbeiter – einzig Verteidiger Andreas Borgman war in erster Linie ein Nebendarsteller.
Nun aber droht Headcoach Lars Leuenberger die Schweden-Power auszugehen. De la Rose musste aufgrund einer Verletzung seine Saison abbrechen, ist in den Playoffs mittlerweile zum Zuschauen verdammt. Verteidiger Borgman, dem Leuenberger im Viertelfinal gegen den SCB einmal als Center Auslauf gewährt hatte, ist unter den Imports nur zweite Wahl. Das Experiment gegen Bern war wenig erfolgreich, Borgman kassierte in jenem Match bei der 2:3-Niederlage eine Fünfminutenstrafe und musste vorzeitig unter die Dusche.
Und nun ist auch noch Lucas Wallmark, Gottérons eifrigster Punktesammler während der Regular Season, verletzt. Der Schwede kassierte am Dienstag einen Check von Lausannes Raubein Aurélien Marti, hielt sich danach den Arm und musste das Spiel vorzeitig beenden. «Ob er in Spiel 3 wieder dabei sein kann, werden wir am Donnerstag sehen», erklärte Gottéron-Headcoach Lars Leuenberger am Mittwoch nach dem Training.
Gerade in den Playoffs stirbt bekanntlich die Hoffnung zuletzt, angeschlagene Spieler einzusetzen. Meist wird bis zur letzten Minute alles versucht, um sie einsatzfähig zu machen, insbesonders dann, wenn es um Schlüsselspieler geht. Schmerzen werden da zur Nebensache. Und doch würde es irgendwie erstaunen, wenn Wallmark schon heute wieder aufs Eis zurückkehrt.
Sein Ausfall wäre bitter. Er ist bei Gottéron einer der Spieler, die für die kreativen Elemente sorgen und mit Geniestreichen entscheidend sein können. Dies, auch wenn er in den Playoffs noch nicht richtig auf Touren gekommen und mit fünf Skorerpunkten teamintern hinter Marcus Sörensen (10), Sandro Schmid (7), Ryan Gunderson (7) und gleichauf mit Jakob Lilja «nur» viertbester Skorer ist. Aber die eingespielte Sturmlinie mit Wallmark, Sörensen und Schmid verliert ohne den Center einiges an Gefährlichkeit.
Wie er einen Ausfall von Wallmark kompensieren möchte, verrät Coach Leuenberger natürlich nicht, er sagt lediglich: «Wir haben alles im Kopf.» Es komme immer auf die Situation und die Alternativen an, sagt er nun gegenüber den «Freiburger Nachrichten». Es könne schon mal eine Idee entstehen, die auch für Linien, die schon lange unverändert sind, ein Refreshing ergeben. Möglich scheint, dass er Wallmark in der ersten Linie durch dessen Landsmann Daniel Ljunggren, den Leihspieler aus Thurgau, ersetzt.
Auf ein weiteres Experiment mit Andreas Borgman, dem Verteidiger, den Leuenberger gegen Bern im Viertelfinal einmal überraschend als Center auflaufen liess, wird der Coach wohl verzichten, den Schweden – wenn überhaupt – auf dessen Stammposition als Verteidiger einsetzen . «Es war eine andere Situation», sagt der Trainer.
Mut macht den Freiburgern für Spiel 3 in Lausanne ihre Auswärtsstärke. Mit Lars Leuenberger an der Bande hat Gottéron auswärts noch nie nach 60 Minuten verloren, steht nach 15 Spielen bei elf Siegen und vier Overtime-Niederlagen. Für Gottéron wäre es wichtig, auch heute auf diesem Weg weiterzugehen und in der Halbfinalserie wieder vorzulegen. Mit oder ohne Lucas Wallmark.