Der junge Franzose war im Sommer für mehr als 50 Millionen Euro nach München gewechselt.
13 Tore und 13 Vorlagen nach 41 Spielen - absolute Ausnahme-Zahlen für einen Fussballer, der seine Debüt-Saison beim grossen FC Bayern München spielt. Diese Zahlen gehören zu einem echten Ausnahme-Künstler: Michael Olise.
Erst beim 3:2-Sieg des Rekordmeisters gegen St. Pauli am vergangenen Wochenende war Olises Anteil am Sieg wieder einmal gross. Sowohl das 1:0 als auch das 2:1 legte der 23-Jährige auf.
Kein Wunder, dass Sportdirektor Christoph Freund anschliessend gar nicht mehr aufhören wollte zu schwärmen: "Der Junge macht überragend Spass. Es wirkt alles immer sehr leicht und locker, aber er spielt extrem seriös. Er arbeitet auch mit für die Mannschaft. Er ist keiner, der Zirkus spielt, sondern auch für die Mannschaft. Es macht echt Spass, dem Burschen zuzusehen. Und er hat gerade auch grosse Freude."
Glasner spielte entscheidende Rolle
53 Millionen Euro liess sich Bayern die Dienste von Olise im Sommer kosten. Zuvor machte der französische Nationalspieler bei Premier-League-Klub Crystal Palace auf sich aufmerksam. Seine Bilanz dort: 41 Torbeteiligungen in 90 Pflichtspielen. Sein Trainer dort in den letzten Monaten vor seinem Wechsel: Oliver Glasner. Zu diesem hat Sportdirektor Freund seit ihrem gemeinsamen Engagement bei Red Bull Salzburg einen engen Draht.
"Ich spreche mit Oliver Glasner einfach über Fussball und einzelne Spieler", erzählt Freund - und erklärt in Bezug auf Olise: "Ich kenne ihn schon länger, weil er ein junger Spieler in England war, der den Weg über kleinere Vereine gegangen ist. Oliver und ich haben schon öfter über Michael gesprochen, dann haben wir ihn letzte Saison intensiv verfolgt." Der Vollständigkeit halber muss aber gesagt werden: Ex-Chefscout Markus Pilawa und sein Team hatten Olise nach Informationen von Sky schon vorher gescoutet, dessen Wechsel entscheidend mit vorbereitet.
Olise wird immer besser
In München wusste Michael Olise von Anfang an zu überzeugen. Im ersten Champions-League-Spiel gegen Dinamo Zagreb glänzte er mit einem Doppelpack, am vierten Bundesliga-Spieltag gegen Werder Bremen sogar mit zwei Toren und zwei Assists. "Er war ein Schlüsselspieler bei Crystal Palace und jetzt hat er bei uns nochmal einen riesigen Schritt gemacht. Wenn man sieht, wie dominant er ist, wie er das Spiel an sich reisst, das ist schon beeindruckend für so einen jungen Burschen", sagt Freund.
Kaum ein Spieler fand sich nach seinem Wechsel zum FC Bayern so schnell zurecht wie Olise. Überhaupt gibt es kaum einen Transfer in den vergangenen Jahren, der so einen grossen Einfluss aufs Münchner Spiel hatte - vor allem in diesem jungen Alter.
Ein Ausnahme-Transfer
Der letzte Transfer mit einem ähnlichen Impact? Vermutlich Joshua Kimmich, der 2015 für 8,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart kam. Oder Jamal Musiala - 2019 aus der Jugend des FC Chelsea für eine Ausbildungs-Entschädigung von etwa 200.000 Euro zum Verein gelotst. Der Rest ihrer Geschichten beim FCB ist hinlänglich bekannt. In der Zwischenzeit verpflichtete man beispielweise Kingsley Coman fest, holte Alphonso Davies und Harry Kane. Aber: Den grösseren Einfluss hat schon jetzt Olise - vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass Kane etwa doppelt so viel Ablöse gekostet hat.
Bei seinem Wechsel entschied sich Olise übrigens gegen mehrere Angebote aus der Premier League. Er identifiziert sich klar mit dem Klub, wurde schnell zu einem der grössten Fan-Lieblinge. Und: Er verpasste seit dem Transfer nach Deutschland kein einziges Spiel verletzungsbedingt. Ein klarer Vorteil, den er gegenüber vieler seiner (Offensiv-)Kollegen hat.
Viel Potenzial
Und es wird noch besser aus FCB-Sicht: Olises Vertrag läuft bis 2029. Noch viel Zeit also für den 23-Jährigen, sein volles Potenzial zu entfalten. "Ein sehr intelligenter Bursche. Er macht sich viele Gedanken, wo er sich noch verbessern kann", erklärt Freund. "Er wirkt nach aussen vielleicht etwas anders, aber er ist da sehr, sehr ruhig und sehr, sehr angesehen in der Mannschaft. Ein gutes Gesamtpaket."
Gerade den letzten Satz würde so jeder Fan des FC Bayern unterschreiben - und sich dabei zumindest in Gedanken bei Oliver Glasner bedanken.